| Samstag 26.06.2004.
Das Kehler Feuerwehrforum war an Feuerwehrführungskräfte und Bürgermeister
gerichtet. Die Moderation übernahm Brandrat Harald Hermann, Leiter der
Berufsfeuerwehr Reutlingen.
Erster Referent war der Ltd.
Branddirektor Klaus Maurer, Leiter der Berufsfeuerwehr Karlsruhe mit dem
Thema:
"Rettung von Menschen aus
fließenden Gewässern"
Durch seine Erfahrung bei der
Berufsfeuerwehr Köln mit solchen Unglücksfallen hat er ein Strategiepapier
ausgearbeitet, welches Führungskräften erlaubt, Menschen aus fließenden
Gewässern zu retten. Dabei spielen die Jahreszeit, der Pegelstand, die
Fließgeschwindigkeit und die Position zur Flussmitte, sowie die Kleidung der zu
rettenden Person eine Rolle. Das taktische Vorgehen, die Berechnung der
ungefähren Position der zu suchenden Person anhand verschiedener Parameter
wurden dargestellt und Lösungen für die Position von verschiedenen
Rettungsmitteln am Fluss erläutert. Für Flüsse gilt die Faustformel, dass
sich eine Person innerhalb 60 Minuten um 750 m vorwärtsbewegt, dementsprechend
ist eine Suche zu koordinieren, sowohl zu Wasser, zu Lande wie auch aus der
Luft.
Zweiter Referent war Oberst Christian
Schwarz, Leiter der Berufsfeuerwehr Basel mit dem Thema:
" Physische und psychische Belastungen im Einsatz - Konsequenzen für die
Führung"
Oberst Schwarz brachte erschütternde
Beispiele aus seiner eigenen Feuerwehrkarriere, bei dem er entsprechenden
Belastungen ausgesetzt war,
dass man sich zwar bei der Berufsfeuerwehr öfter mit solchen Belastungen
konfrontiert sieht, aber auch von Freiwilligen Feuerwehren volle
Einsatzbereitschaft verlangt wird, auch wenn es zu brenzlichen Situationen
kommt. Da sollten die Führungskräfte darauf achten, die Mannschaft nur nach
ihrem Können und ihrer Belastungsgrenze einzusetzen. Wichtig ist, dass die
Entscheidungen von Führungskräften im Einsatz nicht angezweifelt oder lange
diskutiert werden, um eine schnelle Umsetzung und Abwehr der Gefahren zu
erreichen. Nach schwierigen Einsätzen empfiehlt er ein Debriefing, eine
Nachbereitung, ein Gespräch, um über Nachlässigkeiten, Verbesserungen,
gefährliche Situationen zu sprechen. Aus diesen Gesprächen soll gelernt
werden. Er empfahl auch, in den Übungsdiensten die Grundtätigkeiten so
intensiv zu trainieren, dass diese aus dem Eff-Eff - wie im Schlaf - beherrscht
werden, dies erleichtert es , sich im Einsatz gedanklich mit anderen Dingen
beschäftigen zu können.
Dritter Referent war der
Regierungsbranddirektor Herman Schröder, Leiter der Landesfeuerwehrschule
Baden-Württemberg mit dem Thema :
"Die Verantwortung der
Verwaltungsspitze bei Großschadensereignissen und Hinweise zur
Aufgabenerfüllung"
Dieses Referat war an die Bürgermeister gerichtet. Zunächst wurde erklärt,
dass Großschadensereignisse nicht nach dem Schadensausmaß zu beurteilen sind,
sondern nach der Resonanz, die ein Ereignis in der Bevölkerung hervorruft. Als
Beispiel wurde die Flugzeugkatastrophe in Überlingen genannt, die für die
Feuerwehr kein Großschadensereignis darstellte, sogar gar kein Einsatz war, da
es nichts mehr zu retten gab, für Bürgermeister/Landrat ... stellte dieses
Unglück jedoch ein Großschadensereignis dar, denn die Resonanz in den Medien
war enorm. Hier ist es angebracht, dass sich die Bürgermeister/Landräte ...
rechtzeitig von Ihren Feuerwehrkommandanten informieren lassen, wann es i.d.S.
ein Großschadensereignis gibt. Anschließend sich selbst ein Bild von der Lage
vor Ort machen, und Mitarbeiter aus der eigenen Verwaltung mit organisatorischen
Aufgaben betrauen, beispielsweise den Hauptamtsleiter, Pressesprecher.... Die
Bürgermeister/Landräte sollen einen kommunalen Mitarbeiterstab um sich
gruppieren, der ihnen vor Ort Aufgaben abnehmen soll.
Am Nachmittag war eine
Fahrzeugausstellung auf dem Gelände der Landesgartenschau. Hier ein paar
Eindrücke:

Der Kommandant von Baden-Baden fährt eine A-Klasse in RAL 3024 (tagesleuchtrot)

Fahrzeug der Höhenrettungsgruppe der Berufsfeuerwehr Stuttgart - Wache 5

Tauchergruppe der Sapeur Pompiers de Strasbourg (BF Strasbourg)

DLK 23-12 NB CC mit zwangsgelenkter
Hinterachse (Feuerwehr Ulm/Donau)

Octopus-Rüstwagen der Berufsfeuerwehr
Reutlingen

Umgebauter Tankwagen mit 10.000 Litern
Fassungsvermögen (FW Albstadt)

Mobiles-Gefahrgut-Entsorgungs-System (MOGES)
der Feuerwehr Ulm/Donau

TLF der Sapeur Pompiers de Strasbourg
(Berufsfeuerwehr Strasbourg)

Waldbrand-TLF der Sapeur Pompiers de
Département Bas-Rhin

Wechselladerfahrzeug mit AB-Boot der
Berufsfeuerwehr Karlsruhe



Abrollbehälter-Sonderlöschmittel des
Ortenaukreises

Abrollbehälter-Hochwasserschutz des
Ortenaukreises

Bronto-Skylift 42 m der Sapeur Pompiers
de Strasbourg

Und natürlich das "highlight"
- das Feuerlöschboot aus Basel.nd
das high
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