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Mittwoch  28.04.2004 20:00 Uhr.  Am Mittwoch Abend führte die Feuerwehrabteilung Friesenheim eine überraschende Gefahrgutübung am Ortseingang an der B3 durch. Ein Landwirt hatte eine Baum gefällt und dieser fiel unglücklicherweise auf seinen Anhänger, auf dem drei Fässer mit zu identifizierenden Flüssigkeiten standen. Das DRK Friesenheim war zuerst an der Einsatzstelle, traute sich aufgrund der austretenden Dämpfe jedoch nicht an die Unglücksstelle mit möglichen Verletzten heran. Die Feuerwehr wurde gerufen, die unter Atemschutz eine erste Erkundung durchführte. Die Verletzten wurden als Ersteinsatzmaßnahme durch einen Atemschutztrupp gerettet und vom DRK Friesenheim versorgt. Da alles auf Gefahrgut hindeutete, wurde die Feuerwehr Offenburg nachalarmiert, die mit einem Einsatzleitwagen, Gerätewagen-Gefahrgut und einem Gerätewagen Transport anrückte. Zwischenzeitlich wurde die Einsatzstelle beidseitig abgesperrt und die Einsatzfahrzeuge und die Mannschaft blieben in sicherer Entfernung zum Unglücksort. Die Sondereinheit Gefahrgut der Offenburger Feuerwehr legte entsprechende Schutzausrüstung an und näherte sich zur Identifizierung dem Gefahrgut. Über Funk wurden die einzelnen Beschreibungen durchgegeben. Die Ersteinsatzmaßnahmen für die Gefahrguteinheit wurden durch den ebenfalls vor Ort anwesenden Fachberater Gefahrgut Dr. Schulze eingeleitet. Das Personal des Einsatzleitwagens versuchte über die eigene Datenbank, Informationen über das Gefahrgut zu bekommen. Parallel wurde die Leitstelle Ortenau ebenfalls mit der Stoffidentifizierung beauftragt. Nach kurzer Zeit waren die Gefahrstoffe bekannt und es wurde mit der Sicherstellung begonnen. Die für diese Übung gewählten Gefahrstoffe waren das im Weinbau verwendete Spritzmittel Metasystox, mit dem es vergangene Woche einen Unfall in Bühl gegeben hat, bei dem auch Rettungskräfte verletzt wurden. Weiterhin Brom, auch mit diesem Stoff war es in der vergangenen Woche in Weil am Rhein zu einem Unfall gekommen, bei dem ein LKW-Fahrer schwere Verätzungen erlitt und der dritte Stoff war ein Fassadenreiniger, der Flußsäure enthielt. In Anbetracht der Tatsache, dass weder die Friesenheimer Feuerwehrabteilung, noch der Kommandant als Einsatzleiter auf die Übung vorbereitet waren, wurden die gestellten Aufgaben, Absperrung, Menschenrettung, Beachtung der Windrichtung, Sicherheitsabstand, Stoffidentifikation, Dekontamination und Kommunikation gut gelöst . Die bestätigte auch der Fachberater Dr. Schulze und der Leiter der Sondereinheit Gefahrgut Christian Zimmer, der mit seinem Team erstmalig und mit Freude so weit südlich von Offenburg mit einer Feuerwehr zusammenarbeitete. In der anschließenden Übungsbesprechnung bedankte sich der Friesenheimer Feuerwehrkommandant Gerold Kadenbach bei allen Teilnehmern, beurteilte die Übung als außergewöhnlich und gelungen und würde eine solche gerne in der Zukunft noch einmal durchführen.

Der erste Verletzte wird vom DRK Friesenheim versorgt.

Der zweite Verletzte wird vom ersten Atemschutztrupp gebracht.

Die nach der GAMS-Regel (FwDV 500) angeforderten Spezialkräfte der Feuerwehr
Offenburg treffen ein. Sie kommen mit ELW 2, GW-G und GW-T und 11 Personen.

Einsatzbesprechung zwischen Einsatzleiter, Fachberater Gefahrgut, Fahrzeugführer
LF 16-1 Friesenheim, GW-G und ELW, um das weitere Vorgehen abzustimmen.

Der mittlerweite mit einer Kettensäge befreite Landwirt (3. Verletzter) wird nun vom DRK
Friesenheim fachmännisch versorgt. Verätzungen im Gesicht weisen auf einen aus-
getretenen Gefahrstoff hin.
er

Der erste Gefahrguttrupp macht sich am GW-G einsatzbereit.

Die Friesenheimer Atemschutzgeräteträger, die die Verletzten retteten, sind nun
kontaminiert, stehen entfernt im abgesperrten Bereich und warten, bis der
Dekontaminationsplatz (Schwarz-Weiss-Bereich) fertiggestellt ist. Der Gefahrguttrupp
wartet auf seinen Einsatzbefehl.

Die Fässer mit dem Gefahrgut werden nach Hinweisen, die zur Identifizierung
hilfreich sind,  untersucht. Die Informationen werden an den ELW 2 weitergegeben.

Ein zweiter Gefahrguttrupp beginnt mit der Dekontamination der Friesenheimer
Atemschutzgeräteträger, da sie nicht über die entsprechende Schutzausrüstung
verfügen..

Die ELW-Besatzung versucht, die Stoffe zu identifizieren und beauftragt auch die
Leitstelle mit der Stoffidentifikation.

Danach erfolgt die Abrüstung der Gefahrguttrupps, weil das Gefahrgut gesichert ist
und der Zweck der Übung erfüllt wurde.

Im ELW rauchen noch die Köpfe, um die Stoffe zu identifizieren. Letztendlich werden
die Gefahrstoffe identifiziert und die weitere mögliche Vorgehensweise mit dem
Fachberater Gefahrgut abgesprochen.

Vielen Dank an alle Übungsteilnehmer.

An der Übung beteiligt waren:

DRK Friesenheim: 1 KTW 4, 1 Gerätewagen, 4 DRK-Mitglieder

Feuerwehr Offenburg: 1 ELW 2, 1 GW-G, 1 GW-T, 11 Feuerwehrmitglieder

Feuerwehr Friesenheim: 1 LF 16-20, 1 LF 16, 1 GW-Öl, 21 Feuerwehrmitglieder

Jugendfeuerwehr Friesenheim: stellte 2 Verletzte